Bioverfügbarkeit und natürliche Mineralisierung

Warum die Laboranalyse allein nicht die ganze Wahrheit über gesundes Wasser verrät.

In der Getränkeindustrie wird die Qualität von Wasser oft über die reine Quantität der gelösten Mineralstoffe definiert (der sogenannte TDS-Wert – Total Dissolved Solids). Doch aus Sicht der Humanphysiologie und Zellbiologie ist nicht entscheidend, wie viele Mineralstoffe im Wasser schwimmen, sondern in welcher Form sie vorliegen. Das Zauberwort heißt Bioverfügbarkeit.

Tiefenwasser, das Jahrhunderte durch die Gesteinsschichten der österreichischen Alpen gefiltert wurde, weist eine molekulare Struktur auf, die künstlich aufbereitetes oder industriell remineralisiertes Wasser schlicht nicht kopieren kann

Hydrogeochemie: Molekulare Struktur und Bioverfügbarkeit

Damit der menschliche Körper Mineralstoffe wie Calcium oder Magnesium über die Zellmembranen aufnehmen kann, müssen diese im Wasser gelöst sein. Dabei lagern sich Wassermoleküle (H₂O) aufgrund ihres Dipolmoments spezifisch um die Ionen an. Es entsteht eine sogenannte Hydrathülle (Solvatisierung).

Das Prinzip des Luftabschlusses

Tiefenwasser und artesische Quellen befinden sich seit Jahrhunderten oder Jahrtausenden unter der Erde – hermetisch abgeschlossen von der Atmosphäre. In diesem Zustand ist kein freier Luftsauerstoff im Wasser gelöst. Man spricht in der Hydrogeologie von einem reduzierenden Milieu.

Das Wasser ruht in einer Art „Ur-Zustand“. Da kein Sauerstoff vorhanden ist, können keine Oxidationsprozesse stattfinden. Das Wasser bleibt über riesige Zeiträume hinweg chemisch absolut stabil und rein.

Kieselsäure (H₄SiO₄): Ein Merkmal alpiner Quellen

Ein weiteres, oft übersehenes Detail in Premium-Wässern ist der Gehalt an gelöster Kieselsäure (Silizium). Während künstliche Wässer meist nur Kochsalz, Calcium und Magnesium hinzufügen, lösen Tiefenwässer beim Durchwandern von Urgestein (wie Quarzit oder Granit) natürliche Kieselsäure.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass gelöste Kieselsäure im Trinkwasser eine entscheidende Rolle im Körper spielt:

Fazit für den globalen Markt

Wer Wasser interkontinental exportiert, exportiert nicht nur Flüssigkeit, sondern ein biophysikalisches System. Die natürliche Mineralisierung artesischen Wassers ist das Resultat von Zeit, Druck und Geologie. Sie sorgt für ein weiches Mundgefühl (Texture) und maximale zelluläre Aufnahme ohne gastrointestinale Belastung - es ist lebendige Geochemie.

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr.
  • Fricke, G. et al.: „Silicon and health: the evidence.“ (Zellphysiologische Studien zur Bioverfügbarkeit).
  • Schwedt, G.: „Taschenatlas der Lebensmittelchemie“ (Zur Hydratisierung von Ionen).
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